Bei bestimmten, immer wiederkehrenden, gleichen Kundenanfragen, kann es
sinnvoll sein, Kleinserien dieser angefragten Teile zu produzieren und diese am
Lager vorzuhalten.
Wenn dieses Teil dann vom Kunden angefragt wird, kann es direkt vom Lager
entnommen und abgeschickt werden.
Weicht die Kundenbestellung nur ein Wenig vom lagergeführten Teil ab, kann das
lagergeführte Teil in einigen Fällen zum gewünschten Teil umgebaut werden; z.B.
soll der Motor eine größere Leistung haben.
Für Jedes Teil kann eine weitere, zusätzliche Umbaustückliste erstellt werden.
Diese Umbaustückliste enthält zuerst das fertige Teil, welches umgebaut werden soll. Als nächste Stücklistenposition wird dann das Teil / die Teile eingefügt, die optional ausgetauscht werden können und mit dem Häkchen "Umbauteil" gekennzeichnet. Hierdurch erhalten sie in der Liste der Stücklistenpositionen eine negative Menge (nur in der Listenansicht, die Menge bleibt positiv!), siehe Bild:
Das neue Teil kann ebenfalls in die Stammstückliste eingefügt, aber auch erst
später in der aufgelösten Fertigungsstückliste nachgetragen werden.
Da das neue Teil, welches in diesem Beispiel schon eingetragen wurde, keine
festen Sachmerkmalsausprägungen hat (ist ein Variantenteil), wird über die
Auftragsattribute gesteuert, welcher Motor tatsächlich anstatt des 1,3KW starken
Motors verbaut werden soll.
Im Kundenauftrag wird nun die Pumpe hineingezogen und mit der gewünschten Motorleistung ausgeprägt, nämlich 2,7kW:
Auf der technischen Freigabemaske wird nun die Stückliste wird nun allerdings die Sonderstückliste PU_Umbau ausgewählt und aufgelöst:
In der aufgelösten Stückliste wird nun das auszubauende Teil gekennzeichnet:
Nach dem Erstellen der Teileanforderung (Gozintograph), können die
Dispositionen terminlich eingeplant und auf Verfügbarkeit geprüft werden.
Die sogenannten Rückeinlagerungsteile werden nicht in die zeitliche Kette
eingereiht, sondern immer zum Fertigstellungstermin des Fertigungsauftrags
eingeplant, weil erst dann sichergestellt ist, dass dieses Teil auch wieder
verfügbar wird.
Soll oder kann das Teil nach der Demontage nicht mehr eingelagert werden, weil es beim Ausbau kaputt geht oder gegangen ist, so ist die Hauptdispositionsart auf der Teileanforderungsposition auf "keine Disposition" umzustellen. Die Kosten für dieses Teil werden dann dem Kostenträger belastet.
Bei der Weiterverarbeitung der Lagerteile wird diese Rücklagerung in die Materialbedarfsprognose des Motors gebucht, und zwar anders als bei allen anderen Teileanforderungspositionen nicht als Bedarf, sondern als geplanter Zugang:
In der Bereitstellungsliste erscheinen nun die Lagerentnahmen und die Rückeinlagerungen für den angegebenen Auftrag:
Über das Menü können dann aus diesen Belegen die Entnahmen und Einlagerungen erstellt werden.
Nach dem Erstellen der Einlagerung wechselt die Teileanforderungsposition vom Status "Rückeinlagerung" in den Status "Eingelagert", der Dispositionsprozess für dieses Teil ist damit abgeschlossen und verschwindet aus dem Dispokonto. Durch die Einlagerung hat sich der Lagerbestand des Motors um die rückeingelagerte Menge erhöht.